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Die pädagogischen Arbeitsprinzipien der Kaufmännischen Sonderberufsfachschule: Was uns so beSonders [gut] macht...

Allgemeine Informationen

Unser Kollegium besteht derzeit aus 15 Lehrerinnen und Lehrern. Rund 60 Jugendliche besuchen die beiden Bildungsgänge "Kaufmännische Sonderberufsfachschule" und "Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf".

Wir Lehrerinnen und Lehrer besitzen alle sonderpädagogische Qualifikationen durch Zusatzausbildungen und Fortbildungen. Wir haben jahrelange Erfahrung im Umgang mit hör- und sprachbeeinträchtigten Jugendlichen. Schule und Internat bilden eine enge pädagogische Einheit. 

Statt der an baden-württembergischen Berufsfachschulen üblichen zwei Jahre können die Schülerinnen und Schüler unsere Einrichtung drei Jahre lang besuchen. So bleibt mehr Zeit für die Vermittlung des Unterrichtsstoffs und individuelle Förderung. 

Es gilt der offizielle Lehrplan der zweijährigen Berufsfachschulen in Baden-Württemberg. Mit bestandener Prüfung erhalten die Schüler die Fachschulreife, die dem Bildungsabschluss der Mittleren Reife entspricht.

Unsere Unterrichtsprinzipien und Förderangebote

Wir unterrichten in Klassen mit sechs bis zehn Schülerinnen und Schülern. Der lautsprachliche Unterricht wird, dort wo es nötig ist, durch Gebärden unterstützt. Die Inhalte des Unterrichts werden visualisiert. Die Anordnung der Arbeitsplätze und Computer ermöglicht eine störungsfreie Kommunikation. In manchen Fächern, z.B. in der Übungsfirma, unterrichten zwei Lehrkräfte eine Klasse gleichzeitig. Im Abschlussjahr erteilen wir in Kernfächern Stützunterricht zur gezielten Prüfungsvorbereitung.

Zur Stärkung berufsspezifischer Kompetenzen bieten wir eine Übungsfirma, den Europäischen Computer-Führerschein (ECDL) und ein umfassendes Konzept der Berufsorientierung an.

Kein Abschluss ohne Anschluss: Unser umfassendes "Konzept der Berufsorientierung" zielt auf einen möglichst lückenlosen Übergang von der Sonder-Berufsfachschule in eine Ausbildung oder in eine weiterführende Schule. Hierzu findet in der Jahrgangsstufe 2 eine Klassenpflegschaftsversammlung mit anschließender Einzelberatung statt. Die Schüler erhalten außerdem umfangreiche Hilfen bei der Suche nach Praktikums- und Ausbildungsplätzen, beim Verfassen von Bewerbungen, der Vorbereitung von Einstellungstests und Einstellungsgesprächen sowie bei der Durchführung von Hospitationen in weiterführenden Schulen.

Überdies finden Betriebsbesichtigungen statt, die Schüler nehmen am Girls' und Boys' Day teil und informieren sich im Unterricht und in Gesprächen mit den zuständigen Beratern für berufliche Rehabilitation der Bundesagentur für Arbeit umfassend über mögliche Ausbildungsberufe und Fördermöglichkeiten.

Die Förderziele unserer Schülerinnen und Schüler werden im Rahmen einer individuellen Lern- und Entwicklungsbegleitung festgelegt durch Absprache zwischen dem Schüler, den Lehrkräften sowie ggf. den Eltern und dem Internat.

Den Schülerinnen und Schülern der ersten und zweiten Klassen mit Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot wird eine sonderpädagogische Einzelförderung zur Verbesserung der laut- und schriftsprachlichen Kompetenzen sowie der Lernkompetenz angeboten. Hierzu erhält jede Klasse mindestens eine im Stundenplan fest ausgewiesene Förderstunde.

Unsere Abteilung verfügt über eine moderne Ausstattung mit interaktiven Whiteboards. Wir haben mehrere Computerräume, eine Übungsfirma mit Büro- und Besprechungsraum sowie Fachräume für Physik und Chemie. Als Sportstätten stehen uns u.a. ein Schwimmbad, eine Sporthalle, ein Sportplatz und ein Kraftraum zur Verfügung, die auch in der Freizeit genutzt werden können.

Die Klassenzusammensetzung

Um den Jugendlichen größtmögliche Entwicklungschancen einzuräumen, werden nach einer kurzen Zeit des Kennenlernens die Klassen nach folgendem Prinzip gebildet: In jeder Klasse sind etwa gleich viele Schülerinnen und Schüler mit einer Hörbehinderung, einer Sprachbehinderung oder ohne Behinderung. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dies für alle Schülerinnen und Schüler die größten Entfaltungsmöglichkeiten bietet.

Die Jugendlichen …

  • erhalten die Chance für neue Freundschaften,
  • können mitgebrachte, festgefahrene Rollen ablegen,
  • setzen sich mit ihren Fähigkeiten und individuellen Voraussetzungen neu auseinander, indem sie lernen darüber zu sprechen und Bedürfnisse zu äußern,
  • lernen gegenseitige Rücksichtnahme und Toleranz,
  • erkennen ihre eigenen Fähigkeiten jenseits der Hörschädigung oder Sprachbehinderung und verbessern dadurch ihre Fähigkeit zur Selbsteinschätzung,
  • verbessern ihre Kommunikationsfähigkeit,
  • steigern ihre Leistung durch anregende Vorbilder im Klassenverband oder durch Unterstützung Schwächerer und
  • stärken ihr Selbstbewusstsein und werden dadurch gezielt auf die Herausforderungen des Berufslebens vorbereitet.

Weitere Unterstützungsangebote

Durch enge Zusammenarbeit mit dem Internat, beispielsweise in Einzelfallbesprechungen und bei der Erstellung der Fördervereinbarungen, unterstützen wir die Schülerinnen und Schüler ganzheitlich. 

Im Internat werden die Schülerinnen und Schüler durch Hausaufgabenbetreuung und individuelle Hilfen in ihren persönlichen, sozialen und kommunikativen Kompetenzen gefördert. Es bestehen außerdem sportliche und kreative Freizeitangebote wie bspw. Trommeln, Theaterspiel, Mountainbiking und Tanz. Auf Wunsch können daran auch die Jugendlichen teilnehmen, die nicht im Internat untergebracht sind. 

Falls notwendig, bieten wir Beratung und Begleitung durch den psychologischen Dienst im Hause an. Bei Problemen mit Behörden und Verwaltungen sowie beim Übergang der Jugendlichen von der Schule in die Berufswelt können wir auf die Hilfe einer Schulsozialarbeiterin zurückgreifen. 

Zusätzlich zu den Klassenausflügen, der Sportwoche und den Klassenfahrten bieten wir unseren Schülerinnen und Schülern einen Schüleraustausch mit unserer Partnerschule in Prag an.