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Projekt Musical

Eselbils

Warum nicht einmal alle Gruppen mit ihrem Können zusammenführen? Dies fragten wir uns bei der Planung des letzten Schuljahres, denn Sprache üben das geht auch indem man singt, in andere Rollen schlüpft, gemeinsam Geschichten in Bilder überträgt, sich über Tanzschritte abspricht und auf Musik hört, indem man Raptexte lernt oder auch einen Rhythmus beim Trommeln übt. Und dies alles mit gleichem inhaltlichem Hintergrund und zu einem gemeinsamen Auftritt vereint, ein Musical aufführen, das war das Ziel der Aktivitäten im Bereich UeFa. Gesagt, getan - eine Kollegin kannte ein Stück für Grundschüler. Und da in dem Stück Als die Tiere die Schimpfwörter leid waren das Thema Sprache eine ganz wesentliche Rolle spielt, war die Entscheidung dafür schnell getroffen. Die Begeisterung über die Geschichte erfasste das Team und schnell auch die Kinder, die in den Gruppen das Musical als Hörspiel kennenlernten.

Natürlich bedeutete ein solches Vorhaben viel Planungsarbeit, auf die sich alle bereitwillig einließen. Und schließlich begannen alle in einzelnen Gruppen ihre Arbeit. Es trafen sich Kinder unterschiedlichen Alters in der Chorgruppe, andere trafen sich in der Theatergruppe, in der Akrobatengruppe , in der Rapgruppe, in der Kunstgruppe für Bühnenbild  und Requisiten, in der Trommelgruppe und in der Tanzgruppe.

Alle Grundschüler der Klassen 1-4 übten und planten für das gemeinsame Musical vorerst unabhängig voneinander über acht Monate hinweg. Die Probentage waren für Kinder und Erwachsene nach einem anstrengenden Schultag nicht immer reines Freizeitvergnügen. Da war es schon nötig mitzudenken, gemeinsam Lösungen zu suchen, zu überlegen und zu planen und vor allem nicht die Lust zu verlieren. Umso bemerkenswerter war es aber zu sehen, mit welcher Konzentration und mit welchem Einsatz die Kinder an den Proben mitmachten. Über lange Zeit setzten sich die Kinder sprachlich, musikalisch, pantomimisch und akrobatisch mit der Geschichte der Ratte „Rasko“ auseinander.

In der Musicalgeschichte hat Rasko Bild Rasko Brot nämlich vor, den Kindern das Schimpfen mit Tiernamen beim Streiten zu verbieten. Derartige Schimpfereien hat er auf dem Schulhof um die Ecke gehört, schleunigst will er davon den anderen Tieren berichten und  mit deren Unterstützung diese Schimpfereien unterbinden. Mit dabei ist auch die Eule „Eulalia“, die mit ihren äußerst vernünftigen und einsichtsvollen Ratschlägen zur Seite steht. Bei dieser Gelegenheit ergreift sie die Initiative und verzaubert die Kinder. Und von diesem Zeitpunkt an haben diese keine Stimme mehr, was natürlich daran hindert, weiterhin Tiernamen als Schimpfwörter zu benutzen. Nach einiger Zeit wird den Tieren aber bewusst, dass ein Leben ohne Kinder doch recht eintönig wird. Eine Tierversammlung ruft die Kinder kurzerhand zu sich, führt ihnen eine sagenhafte Tier-show vor und verlangt nun von der Gegenseite etwas Gleichwertiges.

Die Tiere machen nur eine Vorgabe: Es soll grotesk- komischen Inhalt haben. Die Präsentation der Kinder gelingt und das Musical endet mit einem großen Finale. Beide Seiten schwören sich in ei-nem gigantischen Schlusslied ewige Freundschaft.

Im Dezember war es dann so weit: Das Musical von Mechthild von Schoenebeck „Als die Tiere die Schimpfwörter leid waren“ kam nach einem zusätzlichen Probentag zur Aufführung. Ausgestaltet mit allen für ein Musical wichtigen Elementen wie Livemusik und kompletter Soundanlage, sowie allen wesentlichen Akteuren wie Gesangsolisten, Schauspie-lern, Choristen, Trommlern und Instrumentalisten, Akrobaten und sogar mit Bühnentechni-kern präsentierten die Kinder das Musical Eltern, Verwandten und Geschwistern, sowie interessierten Schülern und Erwachsenen aus der Schule. Für die Kinder des Hör-Sprachzentrums war es neue Erfahrung so im Rampenlicht zu stehen. Und so waren der eigene Stolz über die erbrachte Leistung und der tosende Applaus des Publikums eine motivierende Bestätigung.