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Kommunalpolitik gehört nicht unbedingt zu jenenThemengebieten des Lehrplans, die bei den jungen Menschen auf Anhieb Begeisterungsstürme auslösen. Doch was die graue Schulbuchtheorie nicht vermag, das schafft manchmal die Praxis. So auch gestern, als wir zu Besuch waren bei Herrn Volk, dem Bürgermeister der Stadt Neckargemünd.

Junge Menschen für demokratische Prozesse zu gewinnen, das sei nach Aussage des Neckargemünder Stadtoberhaupts eine ihm sehr wichtige Aufgabe und diesem Ziel war er am Ende der Veranstaltung auch ein ganzes Stück näher gekommen. Die Schüler waren jedenfalls begeistert von der Professionalität und Größe der Stadtverwaltung, der Fülle an Aufgaben sowie dem authentischen, engagierten und bescheidenen Auftreten des Bürgermeisters.

Folgende Punkte haben sich die Schüler notiert und zusammengetragen:

  • Die Amtszeit eines Bürgermeisters in Baden-Württemberg beträgt acht Jahre.
  • Um Bürgermeister werden zu können benötigt man keine spezielle Ausbildung oder einen bestimmten Abschluss; man muss nur mindestens 25 Jahre alt sein.
  • Man ist als Bürgermeister Beamter auf Zeit. Wenn man nach den acht Jahren nicht mehr wiedergewählt wird, hat man keinen Job mehr und muss sich neu orientieren. Herr Volk bspw. gab für den Bürgermeister-Job eine gute und sichere Stellung bei der Bank auf.
  • Alle Bürgermeister in Deutschland duzen sich und bilden eine Art von „Bürgermeisterfamilie“. Wenn man Fragen oder Probleme hat, kann man sich immer an einen anderen Bürgermeister wenden und erhält Ratschläge und Hilfe.
  • Es gibt keine Arbeitszeiten als Bürgermeister. Es ist aber ein echter "Full-time-Job", bei dem es nicht selten zu 60 bis 80 Arbeitsstunden in der Woche kommt.
  • In Baden-Württemberg haben Bürgermeister praktisch drei Berufe:
  1. Dem Gemeinderat vorzustehen, zu den Sitzungen einzuladen, die Tagesordnung zu erstellen, die Sitzungen zu leiten und die dort getroffenen Beschlüsse umzusetzen,
  2. als Chef der Verwaltung zu fungieren (die Stadt Neckargemünd hat rund 200 Mitarbeiter) und
  3. die Stadt nach außen zu repräsentieren.
  • Nur der Bürgermeister darf die Amtskette tragen, die Herr Volk bei unserem Besuch auch angelegt hatte.
  • Die schlimmste Situation seiner Amtszeit war bislang das Auftreten des Gaslecks an der Großbaustelle auf Höhe der Sparkasse als Gefahr für Leib und Leben bestand.
  • In Katastrophenfällen ist der Bürgermeister auch Chef des Krisenstabs und bspw. der oberste "Befehlshaber" der Feuerwehr.
  • Die letzte Krise war das Hochwasser vorige Woche. Herr Volk konnte den Urlaub nicht antreten, weil er den Krisenstab leiten musste. Von Donnerstag bis Sonntag kam er nur rund fünf Stunden zum Schlafen.
  • Als Bürgermeister muss man immer aufpassen, dass man sich nicht der Vorteilsannahme schuldig macht. Herr Volk nimmt bspw. keine Geschenke für sich persönlich an und lässt sich nur sehr ungern zu Essen oder Trinken einladen. Damit möchte er verhindern, dass jemand annehmen könnte, er wäre "käuflich" oder "bestechlich".
  • Häufig gibt es Beschwerden der Bevölkerung über die Straßen. Die Stadt ist aber nur für die Ortsstraßen zuständig, nicht für die Kreis- und Bundesstraßen.

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